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1 Min. Lesezeit Weltordnung

Industrialisierung reicht nicht / Dani Rodrik (Surplus)

Der vom Projekt Syndicate übernommene Text von Dani Rodrik geht der Frage nach, ob eine klassische, industriegetriebene Wachstumsstrategie für Entwicklungsländer heute noch funktioniert.

Das Magazin Surplus (Paywall) hat den Text „Harvard-Professor: Industrialisierung allein reicht nicht“ von Dani Rodrik veröffentlicht. Rodrik beschreibt, dass er seine frühere Überzeugung von der Industrialisierung als Königsweg aus der Armut revidiert habe. Die moderne Fertigungsindustrie verlange Qualifikationen, Technologien und Fähigkeiten, die armen Ländern fehlen, weshalb sie keine Abkürzung mehr biete. Rodrik verweist auf die ernüchternde Tatsache, dass etwa drei Viertel der zwei Milliarden Arbeitskräfte in Entwicklungsländern in nicht handelbaren Tätigkeiten ohne Hochschulbildung arbeiten. Entscheidend sei daher, die Produktivität in arbeitsintensiven Dienstleistungsberufen zu steigern. Empirische Studien würden belegen, dass etwa Indiens Wachstum vor allem auf Verbraucherdienstleistungen wie Einzelhandel und Gastgewerbe beruhe. Rodrik plädiert für ein inklusiveres Wachstumsmodell, das durch staatliche Förderung, digitale Plattformen, Unterstützung von Kleinstunternehmen und angepasste KI-Werkzeuge einen positiven Kreislauf aus wachsender Mittelschicht und steigenden Einkommen schafft.