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1 Min. Lesezeit Demokratische Arbeitswelt

Fairwork Rating 2006

Das Fairwork-Projekt bewertet die Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie. Aktuell wurde das "Fairwork-Rating 2006" vorgelegt.

Der Bericht „Fairwork Deutschland Ratings 2026 – Arbeitsstandards in der Plattformökonomie" wurde vom Fairwork-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) herausgegeben. Der Bericht bewertet die Arbeitsbedingungen auf sieben digitalen Arbeitsplattformen in Berlin und Deutschland anhand von fünf Prinzipien fairer Arbeit: faire Bezahlung, faire Arbeitsbedingungen, faire Verträge, faire Managementprozesse und faire Mitbestimmung. Pro Prinzip können bis zu zwei Punkte vergeben werden, insgesamt maximal zehn Punkte. Die Ergebnisse zeigen eine stark uneinheitliche Branche: Flink erreicht als einzige Plattform mehrere Punkte (7 von 10), Helpling erhält einen Punkt, während Bolt, Lieferando, Uber, Uber Eats und Wolt jeweils null Punkte erzielen. Flink überzeugt durch Direktanstellung, Zahlung des Mindestlohns, Sicherheitsschulungen, Schutzkleidung, bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, klare Verträge und Beschwerdewege. Allerdings zahlt auch Flink keinen existenzsichernden Lohn und ermöglicht keine unabhängige kollektive Vertretung. Besonders auffällig ist der Absturz von Lieferando, das im Vorjahr die höchste Bewertung erhielt und nun aufgrund des Wechsels von einem Direktanstellungsmodell zu einem hybriden System mit ausgelagerter Beschäftigung null Punkte erhält. Der Bericht identifiziert Subcontracting als zentrales Problem, insbesondere bei Essenslieferung und Fahrdiensten, wo intransparente Flottenstrukturen Verantwortlichkeiten verschleiern und Arbeitnehmer*innenrechte schwächen. Viele Beschäftigte würden weiterhin unter niedrigen Einkommen, unklaren Verträgen, mangelnder sozialer Absicherung und fehlender Mitbestimmung leiden.