Die klimapolitische Transformation wird nicht als sozial gerecht empfunden, was sich in Konzepten wie "Just Translation" niederschlägt. Die Hans-Böckler-Stiftung bestätigt den bekannten Befund, dass Klimaverbrauch stark einkommensabhängig ist.
Der Text „Klimaschädlicher Reichtum“ stammt aus dem Magazin Böckler Impuls (Hans-Böckler-Stiftung) und bezieht sich auf einen WSI-Blog-Beitrag der Ökonominnen Tanja Brumbauer und Sarah Mewes vom Next Economy Lab (NELA).
Der Text zeigt, dass nicht nur zwischen reichen und armen Ländern, sondern auch innerhalb einzelner Länder die CO₂-Emissionen sehr ungleich verteilt sind – vor allem entlang des materiellen Reichtums. Global betrachtet sei eine durchschnittliche Person der oberen 0,1 Prozent für 381-mal so viel CO₂ verantwortlich wie eine Person aus der unteren Hälfte. In Deutschland entfielen 2022 auf das einkommensstärkste Tausendstel 307 Tonnen CO₂ pro Kopf, auf die untere Hälfte nur 5,9 Tonnen. Während die Emissionen der unteren 50 Prozent seit 1990 weltweit kaum gestiegen seien, würden sie in höheren Einkommensgruppen deutlich zunehmen. Die oberen 10 Prozent verursachten zuletzt 44 Prozent des Ausstoßes. Noch stärker als das Einkommen korreliert das Vermögen mit klimaschädlichem Verhalten: Die 20 reichsten Milliardäre würden rund 8000 Tonnen CO₂ jährlich verursachen, zwei Drittel davon durch ihre Yachten. Die Autorinnen weisen darauf hin, dass gerade die ärmsten Bevölkerungsteile, die am wenigsten beitragen, am meisten unter den Klimafolgen leiden.